Spruch v. 12/24/25

"Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz oder die Propheten außer Kraft zu setzen. Ich bin nicht gekommen, um außer Kraft zu setzen, sondern um zu erfüllen."
(Jesus von Nazareth)

(Bezeichnungsmode der 90er Jahre ¹)

Christoph Müller: Mir geht es hier um das Verhältnis zu kulturellen Wurzeln.

Wie könnte man unter diesem Aspekt die Botschaft des Spruchs Jesu (Matthäus 5,17) in moderne Sprache übertragen? Ein Versuch:

Wir machen jetzt nicht alles ganz anders und damit vermeintlich besser. Wir ignorieren nicht was vorher war, sondern beziehen uns auf das, was vor uns erkannt wurde, entwickeln es weiter² und legen transparent dar, was wir an der neuen Variante besser finden.

Alles andere würde ich übrigens als kulturelle Abeignung³ bezeichnen. 😉

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(Gesellschaftsentwicklung, praktizieren)

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¹ In den 90er Jahren war es unter den Alternativen Mode, Geschäfte mit vorangestelltem Artikel zu benennen, z.B. "Der Fahrradladen". Das wirkte auf mich so, als wenn es vorher nie einen Laden dieser Art gegeben hätte und dient hier - boshaft wie ich bin 😉 - als Symbol dafür, Vorheriges nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen.

² Die "Innovation" Jesu bestand z.B. in der Anregung, besser zu sein als Schriftgelehrte und Pharisäer, indem wir Gebote (Ideale) nicht nur formal, sondern auch von Herzen befolgen.

³ Die Wortschöpfung "kulturelle Abeignung" lehnt sich an den aktuellen Modebegriff "kulturelle Aneignung" an. "Kulturelle Abeignung" soll den Effekt benennen, die eigenen kulturellen Wurzeln zu kappen.