Sekundärspruch

"Du sollst dir kein Gottesbild machen!"
(2. Mose 20,4)

Anmerkung:
Das Zitat in voller Länge (eine von vielen Übersetzungen): "Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!"
(2. Mose 20,4)

Christoph Müller: Für mich ist das eine unmissverständliche Aufforderung zur Abstraktion – sich darauf einzulassen, dass man etwas nicht erkennen kann. Dieses Gebot ist meines Erachtens eines der zwei wichtigsten Botschaften der Bibel.

"Die Frage, ob Gott existiert, ist sinnlos, weil sie ein Bild von Gott voraussetzt. Dieses Bild kann aber nur mehr oder weniger falsch sein."
(Christoph Müller) 🔗

"Wer dort einzuhalten weiß, wo er erkennt, dass nun das beginnt, das sich nicht erkennen lässt, der besitzt höchste Erkenntnis."
(Zhuang Zi) 🔗

Was bleibt, ist die Ehrfurcht vor der Schöpfung.

"Das Universum ist ein beeindruckendes Kunstwerk. Ich interessiere mich für den Künstler."
(Christoph Müller) 🔗

Auch wenn ich mich für den Künstler interessiere, muss ich diesen nicht beschreiben, nicht visualisieren usw. – ich gebe ihm einfach nur einen Namen, und gut ist's. Und wie können wir die partielle Sprachlosigkeit unser Gesellschaft überwinden? Vielleicht, indem wir Gott als 'Abkürzung' für den 'Ursprung allen Seins' gebrauchen.

"Wir haben unsere Sprache so stark verändert, dass eine neuerliche Übersetzung der Bibel ein großes Projekt wäre."
(Christoph Müller) 🔗

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